Im Jahre 2018 musste die Auflösung des Heimatkreis Deutsch Krone e.V. beschlossen werden, da die Altersstruktur der Mitglieder dies dringend nahelegte. Das Erbe des gemeinnützigen Vereins wird aber von der Gemeinde Bad Essen weitergeführt. Das Ziel, die Versöhnung zu erreichen zwischen den Menschen, denen heute Heimat geworden ist, was viele Jahre denen Heimat war, die am Ende des Zweiten Weltkrieges von dort geflüchtet sind oder von dort vertrieben wurden, ist dennoch geblieben. Deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa ist und bleibt ein wichtiges Thema auch für die Menschen, die heute dort leben. Und die junge Generation ist daran interessiert, zu erfahren, was vor 1945 bei ihnen los war. Das ist eine große Chance, die deutsche Geschichte als Kulturerbe mit Brückenfunktion zu begreifen.
So sollen auch in Zukunft diese Seiten helfen, die Erinnerung an den zweitgrößten preußischen Landkreis, seine früheren Bewohner und deren Kultur, ihren Fleiß und ihre große Heimatliebe fern aller revanchistischen Parolen wachzuhalten und an die Landschaft, an die Städte und Dörfer, deren Geschichte und an die Menschen erinnert werden, die dieses Land vor Jahrhunderten in mühevoller Arbeit und nie erlahmendem Fleiß kultiviert und bis zu Flucht und Vertreibung als ihre schöne, unvergessene Heimat bewohnt hatten.
- Kategorie: Aktuelles20. April 2026 8:38
Aufgrund des diesjährigen Ostertermins fand das Frühjahrstreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler erst am 11. April 2026 statt. Wie immer trafen wir uns im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, Bismarckstraße 90. Am Ende waren wir 14 Teilnehmer. Damit hatten sich wieder einmal alle Sorgen als überflüssig erwiesen, dass keine ausreichende Teilnehmerzahl erreicht werden würde. 3 Teilnehmer waren zum ersten Mal erschienen. Darüber freuen wir uns besonders. Es zeigt sich, dass unser Resonanzraum von Bremen bis Stuttgart reicht. Da mehrere Teilnehmer eine lange Anreise hatten, begannen wir wie üblich mit dem Kaffeetrinken bereits vor dem offiziellen Starttermin. Wie gewohnt gab es Kaffee und gespendeten Kuchen. Es begann sofort eine intensive Unterhaltung über aktuelle Ereignisse und die Zeit des Kriegsendes und der Vertreibung. Dabei weise ich ausdrücklich daraufhin, dass diese Diskussionen ohne Ressentiments geführt werden. Es ist unser Anliegen, der heutigen polnische Bevölkerung unserer alten Heimat freundschaftlich zu begegnen. Bei einer kurzen Begrüßung wurde darauf hinweisen, dass die übliche Zahl der Anwesenden wieder erreicht wurde. Zusätzlich gab es mehrere Entschuldigen über Verhinderungen. Wir freuten uns, dass wir bei der Totenehrung keinen Bekannten betrauern mussten. Es konnte auch festgestellt werden, dass der Kassenbestand ausreicht.Mindestens zwei Teilnehmer werden an der Fahrt in die alte Heimat nach Schneidemühl und Orte der Umgebung vom 7. – 13. Juni 2026 teilnehmen. Die Fahrt wird vom Heimatwerk Fulda organisiert. Danach lief der Austausch der persönlichen Erfahrungen weiter bis zum Abschluss der Veranstaltung. Zuletzt wurden noch ein paar Fotos von der Performance „Teller im Topf“ gezeigt. Frau Marlen de Haan hat die Veranstaltung über Flucht und Vertreibung sowie Integration entwickelt. Dazu gab es im Vorjahr etliche Vorbereitungstreffen. Die insgesamt 8 Veranstaltungen mit jeweils 20 Personen waren alle ausverkauft. Jetzt bleibt nur noch auf unseren nächsten Termin hinzuweisen, der stattfindet als Herbsttreffen am Sonnabend, 10. Oktober 2026, ab 14:00 Uhr, im Raum 412des Gerhart-Hauptmann-Hauses, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf.Der Raum ist ab 12:30 Uhr besetzt. Das Haus ist ca. 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Ein Fahrstuhl für den 4. Stock ist vorhanden.Interessierte und Begleiter sind herzlich willkommen. Bis dahin verbleibe ich mit herzlichem Gruß in der Hoffnung auf ein Wiedersehen.Ulrich Friske, Asternweg 22, 40468 Düsseldorf, 0160-97908696, ulrich.friske@live.comfür das Heimattreffen der Deutsch Kroner und Schneidemühler
- Kategorie: Aktuelles20. April 2026 8:20
Im Vorfeld des Treffens herrschte eine ziemliche Bangigkeit. Es gab bereits fünf Abmeldungen von besonders treuen Besuchern. Dann wurden es aber doch noch 10 Besucher, die sich am 11. Oktober 2025 im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, Bismarckstrasse 90, trafen. Dabei war es sehr schön, dass wieder zwei Besucher zum ersten Male zu unserer Versammlung stießen. Ansonsten verlief der Tag im eingeübten Rahmen. Da die Teilnehmer zum geringsten Teil aus Düsseldorf sondern von Bremen bis Holland und Hockenheim kamen, war es wichtig, für ihre Beköstigung zu sorgen. Bereits vor dem offiziellen Anfang begannen wir mit Kaffee und Kuchen sowie mit bereitgestellten Getränken. Schnell ergaben sich intensive Gespräche über die Situation der Heimat, der Familienforschung und allgemeinen Themen. Bei der formalen Begrüßung wurden die neuen Besucher besonders begrüßt. Auch viele der entschuldigten Stammgäste ließen Grüße übermitteln. Dann gedachten wir der bekannten und unbekannten Verstorbenen. Zufrieden konnte auch auf einen Kassenbestand von 174,80 € hingewiesen werden. Dieser Betrag besteht aus freiwilligen Spenden für die Raummiete, den Kaffee und allen Getränken. Regelmäßig erbitten wir auch um die Zustimmung für Fotos. Eine große Bereicherung ist die Vorstellungsrunde mit den Erfahrungen von Heimat, Vertreibung und Ankunft diesseits der Oder-Neiße-Linie. Es wurde auch der Wunsch geäußert, den Termin der Fahrt nach Schneidemühl im nächsten Jahr sowie den Termin der Theater-Vorstellung von Marlin de Haan über Vertreibung und Integration zu erfahren. Wenn die Termine bekannt sind, wird ein Rundschreiben sie verbreiten. Bereits bekannt sind die Termine für das kommende Jahr wie folgt: Frühjahrstreffen, Sonnabend, 11.04.2026 sowie Herbsttreffen, Sonnabend, 10.10.2026, jeweils im Raum 412 des Gerhart-Hauptmann-Hauses, Bismarckstr. 90 in 40210 Düsseldorf Danach gingen die Gespräche weiter. Sie endeten mit dem Zeigen von Fotos der Fahrt nach Schneidemühl vom 15. – 20. Juni 2025. Ein gutes Zeichen mag auch sein, dass die Veranstaltung so spät wie noch nie endete. Abschließend verbleibe ich mit herzlichem Gruß Ulrich Friske, Asternweg 22, 40468 Düsseldorf, 0160-97908696, ulrich.friske@mail.isis.de für das Heimattreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler in Düsseldorf
- 10. Juni 2025 14:18
Auf meinen ersten Besuch in der Heimatstube Deutsch Krone in Bad Essen, im Mai 2025 war ich sehr gespannt. Durch meine Familienforschung zum Geburtsort meines Vaters, war ich auf die Webseite des Heimatkreises Deutsch Krone gestoßen und hatte dort über die Heimatstube gelesen. Auch in der facebook Gruppe „Heimatkreis Deutsch Krone (Walcz) – Auf den Spuren unserer Ahnen“ hatte ich schon von Besuchen dort gehört. Aber was sich jetzt wirklich vor Ort befindet und ob sich ein Besuch für mich lohnen würde, darauf war ich wirklich neugierig. Der Ort Bad Essen in der Nähe von Osnabrück, ist auf jeden Fall schon mal eine Reise wert, weil es dort mit sehr schön restaurierten Fachwerkhäusern und sehr vielen, tollen großen Bäumen einfach sehr idyllisch ist. Außerdem gibt es ein sehr schönes Gradierwerk mit einem Solebrunnen, absolut sehenswert. Für mich als Kölnerin waren die Ruhe und die tolle Luft dort sehr erholsam. : ) Natürlich habe ich aber auch „gearbeitet“. In der Heimatstube, unten im Haus Deutsch Krone habe ich mir einen ersten Überblick über den Bestand verschafft. Ich war überrascht, wie viel und vor allem wie viel Unterschiedliches es dort gibt. Natürlich die Dokumentation zur Geschichte der Heimatkreis-Treffen und dem Bau des Hauses Deutsch Krone mit der Heimatstube, alle Ausgaben des Heimatbriefes und sehr viel Literatur. Dann sehr akkurat angelegte Ordner mit Bildern und Postkarten, Fluchtgeschichten und Ausgaben der Deutsch Kroner Kreiszeitung, Landkarten, das Ehrenbuch des Kreises Deutsch Krone, Einwohnerlisten, sehr viel zum Gymnasium, dann auch Gemälde und Fundstücke wie eine Bierflasche und eine Kaffeekanne, und, und, und… Hinter jeder Schranktür eine Überraschung. : ) Ich konnte einige Spuren für meine Familienforschung finden, die ich jetzt noch auswerten und weiter verfolgen werde. Für einen unkomplizierten Zugang zur Heimatstube empfiehlt es sich im Haus Deutsch Krone zu übernachten. Sehr schön finde ich die Idee, dass jedes Zimmer den Namen eines Ortes im Kreis Deutsch Krone hat. Ich war in Krummfließ einquartiert. Es war ein sehr schöner Aufenthalt in Bad Essen und bestimmt nicht mein letzter. Ich kann einen Besuch nur empfehlen. : ) Andrea Jeschewski Köln, Mai 2025
- 28. April 2025 13:45
Schulbild aus Freudenfier mit Hauptlehrer Martin Kluck (links) vor demalten Schulhaus in der Schulstraße. Vor ihm ist die Lehrerin FräuleinMartha Wehsolowski zu sehen. Aufgenommen um das Jahr 1908. Martin Kluck wurde 1877 der Nachfolger von Schulmeister Anton Bigalke (1810-1877) als Hauptlehrer an der Schule in Freudenfier im Kreis Deutsch Krone im damaligen Westpreußen. Martin Kluck wurde am 2. Juni 1849 in Zippnow als Sohn von Martin Kluck (*1817) und seiner Ehefrau Anna Elisabeth geb. Lucht (*1820) geboren. Martin Kluck war Lehrer in Gersdorf (Ogorzeliny) im Kreis Konitz (Chojnice) in Westpreußen. Hier lernte er Regina Theuss kennen, die am 7. Oktober 1851 in Gersdorf als Tochter von Johann Teuss und seiner Ehefrau Barbara geb. Theuss geboren wurde. Beide heirateten am 20. August 1872 in Gersdorf. Ihre ältesten beiden Töchter Lucia Kluck (*errechnet 1873) und Martha Kluck (*errechnet 1875), sind wahrscheinlich in Gersdorf geboren worden. Von Gersdorf wechselte Martin Kluck 1877 als Hauptlehrer von Freudenfier. An der Schule in Freudenfier waren damals meist zwei katholische und ein evangelischer Lehrer angestellt. Am 9. September 1877 ist im Kirchenbuch die Geburt des Sohnes Johannes Kluck in Freudenfier vermerkt. Er war von 1907 bis zu seinem Tod 1939 Lehrer in Breitenstein. Dann wurden in Freudenfier die weiteren Kinder geboren, nämlich: Adalbert Kluck (1879-1934), Anna Kluck (*1881), Maria Kluck (1884-1885), Hedwig Kluck (*1885), Martin Kluck (1891-1958) und Klara Kluck (*1895). Die beiden Söhne Adalbert Kluck und Martin Kluck wurden katholische Pfarrer. Die Tochter Lucia Kluck heiratete 1898 in Freudenfier Albert Anton Zimmel aus Lebehnke. Ihre Schwester Martha Kluck heiratete 1900 in Freudenfier Lorenz Kluck (*1866) vom Abbau in Zippnow. Aus dieser Ehe wurde der Sohn Johannes Kluck (1901-1984) geboren. Er wurde ein katholischer Pfarrer. Doch der Hauptlehrer Martin Kluck in Freudenfier konnte nur noch die Priesterweihe seines Sohnes Adalbert Kluck am 5. April 1905 miterleben. Martin Kluck ist am 15. Februar 1909 in Freudenfier im Alter von 59 Jahren gestorben. Am 18. Februar 1909 war die Beerdigung des Hauptlehrers von Freudenfier auf dem dortigen katholischen Friedhof. Es war eine sehr große Beerdigung, sogar die größeren Kinder gingen mit zur Beerdigung. Seine letzte Schulklasse sang auf dem Friedhof an seinem offenen Grab. Über 30 Jahre war er Hauptlehrer an der Schule in Freudenfier gewesen. Martin Kluck sein Nachfolger als Hauptlehrer in Freudenfier wurde Clemens Mahlke, der 1881 in Rederitz geboren wurde. Die Ehefrau von Martin Kluck, Regina Kluck, lebte dann bei ihrem Sohn Adalbert Kluck in Schloppe, der dort seit 1911 Propst von Schloppe war. Dort lebte auch ihre jüngste Tochter Klara Kluck. Im Jahr 1920 heiratete Klara Kluck in Schloppe Franz Cichowski. Dort in Schloppe ist Regina Kluck geb. Theuss am 9. August 1930 im 79. Lebensjahr gestorben. Das Foto zeigt Regina Kluck geb. Theuss (1851-1930) um 1925 im Pfarrhaus in Schloppe. Rechts neben ihr sitzen ihre beiden Söhne: Pfarrer Martin Kluck (1891-1958) und Propst Adalbert Kluck (1879-1934) von Schloppe. Die Frau ist unbekannt. Ganz rechts sitzt ihr Enkel Alfons Kluck (1907-1978), der Sohn von ihrem anderen Sohn, dem Lehrer Johannes Kluck (1877-1939) aus Breitenstein. Alfons Kluck machte in Schloppe sein Abitur. Dieser Bericht über den Hauptlehrer Martin Kluck von (1849-1909) von Freudenfier kam zustande mit deutsch-polnischer Zusammenarbeit. Sehr zur Hilfe kamen mir dabei auch die Zippnower Kirchenbücher, denn Freudenfier war bis 1922 dort eingepfarrt. Weitere Hilfe kam von Johannes Kluck (*1939) aus Laer, der sehr an seiner Familiengeschichte interessiert ist. Johannes Kluck ist ein Urenkel von Hauptlehrer Martin Kluck. Doch dann kam aus Polen eine Anfrage von Dr. Krzystof Sosnicki aus Brodnica (Strasburg). Auch er ist ein Urenkel von dem Hauptlehrer Marin Kluck aus Freudenfier. So kam es dann auch zu einem Treffen von Johannes Kluck und Dr. Krzystof Sosnicki und weiteren Familienmitgliedern im Juli 2012 in Brodnica. Dr. Krzystof Sosnicki stellte auch die interessanten Familienfotos zur Verfügung. Johannes Kluck (links), Dr. Krzystof Sosnicki (rechts), seine Schwester undseine Ehefrau Miroslawa (hinten) im Juli 2012 in Brodnica (Polen). von:Manfred Falkenberg,Mozartstraße 13,72119 Ammerbuch,eMail: mpfalkenberg@gmx.de
- Kategorie: Aktuelles10. April 2025 10:21
Beim Frühjahrstreffen der Schneidemühler und der Deutsch Kroner im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, Bismarckstraße 90, am Sonnabend, 5. April 2025 waren 12 Personen anwesend. Sehr erfreut konnten wir 5 Besucher begrüßen, die zum ersten Mal teilnahmen. Eine Tendenz ist auch, dass nur 4 Personen aus der Zeit vor 1945 stammten. Der Verlauf war sehr interessant. Nach dem Erscheinen der Gäste begann wie üblich eine intensive Unterhaltung. Bei frühlingshaft gedecktem Tisch und mit Kaffee und gespendetem Kuchen entspann sich sofort eine intensive Diskussion über Erfahrungen in der alten Heimat sowie Möglichkeiten der Familienforschung. Bei der Begrüßung wurde die Diskussion kurzzeitig unterbrochen. Glücklich begrüßten wir ausdrücklich die Erstbesucher und überbrachten Grüße von denen, die aus verschiedenen Gründen verhindert waren. Beim Totengedenken trauerten wir besonders um Gottfried Koltermann und den kürzlich verstorbenen ehemaligen Visitator der Freien Prälatur Schneidemühl in Fulda, Herrn Geistlicher Rat Pfarrer Berthold Grabs. Bemerkenswert sind auch die sich mehrenden Anfragen im Rahmen der Familienforschung. Gerne werden Anfragen mit Hinweisen auf Kirchenbücher und weitere Archive weitergegeben. In der Auslage lagen Hefte der Zeitschrift „Pommern“ sowie Heimatbriefe der Schneidemühler. Das Verzeichnis des Diözesan-Archivs in Köslin über den aktuellen Bestand an Kirchenbüchern war sehr gefragt. Beim nächsten Mal folgen zusätzliche Ausdrucke. Gespannt folgten wir auch dem Foto-Bericht über einen Besuch in Kreis Deutsch Krone im Jahre 2023. Es ist immer interessant, wie neue Perspektiven entdeckt werden. Erinnert sei noch an den nächsten Termin im Herbst. Es ist das Herbsttreffen am Sonnabend, 11. Oktober 2025, ab 14:00 Uhr, im Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf Mit Herzlichem Grußfür das Heimattreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler in DüsseldorfUlrich Friske, Asternweg 22, 40468 Düsseldorf, ulrich.friske@mail.isis.de, 0160-97908696
- Kategorie: Allgemein12. Dezember 2024 15:29
Ansichtskarte aus Freudenfier vom Verlag Rudolf Wittmann, Deutsch Krone von 1911. Eine ganz besondere Spezialität in Freudenfier im Kreis Deutsch Krone war die Beutelwurst. Nur in wenigen Dörfern um Freudenfier kannte man diese Beutelwurst. Zuerst wurden Beutel genäht, 40 Zentimeter lang mit einem Durchmesser von sieben bis zehn Zentimetern. Dann wurden fünf Pfund Kartoffeln geschält und zusammen mit einer Zwiebel in eine große Schüssel gerieben. Inzwischen wurde ½ Pfund Reis oder feine Graupen im Wasser weichgekocht und heiß in die geriebenen Kartoffeln gegeben, dazu etwas Salz, Pfeffer und Bohnen- oder Pfefferkraut. Dann wurde die Masse in die Beutel eingefüllt und zugebunden. Diese Beutel wurden in kochendes Wasser gelegt, in das etwas Salz gestreut wurde, und dann 1 ½ Stunden gekocht. Die heißen Beutel wurden dann in kaltes Wasser getaucht und die Masse heraus-gedrückt. Wenn diese Masse erkaltet war, wurde sie in Scheiben geschnitten und in einer Pfanne in Schmalz oder Butter auf beiden Seiten schön knusprig gebraten. Zur Beutelwurst wurde dann eine Butterstulle gegessen und eine Tasse Kaffee getrunken. Ich erinnere mich, dass ich zum 80. Geburtstag meiner Mutter Klara Falkenberg (1906-1989) am 15. Mai 1986 in die DDR nach Stechau im Kreis Herzberg/Elster fuhr. Dorthin kam auch Muttis Bruder Paul Lüdke (1903-1993). Nach den Geburtstagsfeierlichkeiten fuhren mein Onkel Paul und ich in unsere alte Heimat nach Freudenfier, welches nun Szwecja heißt. Dort feierten wir auch den Pfingstgottesdienst in unserer Jakobuskirche. Mit Hilfe einer Dolmetscherin besuchten wir auch das Bauerngehöft von meinem Onkel und mein Elternhaus. Nach der Rückkehr aus Polen erwartete uns eine Überraschung. Mutti hatte für uns Beutelwurst gemacht. Zusammen mit einem Butterbrot und einer Tasse Kaffee war dies wirklich eine Gaumenschmaus. Auch im heutigen Szwecja kennt man die Beutelwurst. Auf Polnisch heißt sie „Kiszka szwedzka“, ins Deutsche übersetzt Kartoffelwurst. Jedes Jahr im Juni findet in Szwecja das Swietojanki-Festival statt, wo es diese Kiszka szwedzka gibt. Die Zusammensetzung ist ähnlich wie bei der deutschen Beutelwurst, nämlich: Kartoffeln, rohen oder geräuchertem Speck, Zwiebeln, Grieß, Eiern und Gewürze. Am 6. März 2012 wurde „Kiszka szwedzka“ in die Liste der traditionellen Produkte des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Polen aufgenommen. Kiszka darf nur in der Gemeinde Walcz (Deutsch Krone), zu der Szwecja (Freudenfier) gehört, hergestellt werden. In Szwecja (Freudenfier) gehört nun zur Tradition auch die „Johannesnacht“ (Szwedzkie Wianki), wo Blumenkränze ins Wasser, hier in die Pilow (Pilawa), geworfen werden. Gern erinnere ich mich an das Hasenbrot, welches es in Freudenfier gab. Wenn unsere Mutti Klara Falkenberg in der Erntezeit auf dem Feld bei ihrem Bruder Paul Lüdke aushalf, dann wurden wir von unserer Oma Anna Falkenberg (1867-1965) betreut. Mein jüngerer Bruder Heinz und ich, wir freuten uns schon den ganzen Tag immer auf das Hasenbrot, welches unsere Mutti von dort mitbrachte. Diese Brote waren dann schon durch die Wärme ganz schön getrocknet und vom Belag war auch nicht mehr viel übrig. Trotzdem schmeckten sie uns Kinder immer sehr gut, es war eben Hasenbrot. Dieses hatten die Hasen auf dem Felde unserer Mutti für uns mitgegeben. Manfred Falkenberg
- Kategorie: Aktuelles18. Oktober 2024 8:21
Ulrich Friske teilt die Termine für die Düsseldorfer Heimattreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler mit: Das Frühjahrstreffen der Deutsch Krone und der Schneidemühler Heimatgruppe findet am Sonnabend, 5. April 2025 ab 14:00 Uhr, im Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf, statt. Das Haus ist verkehrsgünstig mit 5 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt. Das Treffen ist im Raum 412 im 4. Obergeschoss. Ein Fahrstuhl steht zur Verfügung. Einlass ist ab 12:30 Uhr. Freunde und Interessierte sind herzlich willkommen. sowie Das Herbsttreffen der Deutsch Krone und der Schneidemühler Heimatgruppe findet am Sonnabend, 11. Oktober 2025 ab 14:00 Uhr, im Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf, statt. Das Haus ist verkehrsgünstig mit 5 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt. Das Treffen ist im Raum 412 im 4. Obergeschoss. Ein Fahrstuhl steht zur Verfügung. Einlass ist ab 12:30 Uhr. Freunde und Interessierte sind herzlich willkommen. Ulrich Friske, Asternweg 22, 40468 Düsseldorf Telefon: 0211/411804, E-Mail: ulrich.friske@mail.isis.de
